Safari in Kenia: Vorsicht vor den Vegetariern!

Tsavo West National Park, Kenia
Safari in Kenia: Vorsicht vor den Vegetariern!

Vor welchen Tieren sollte man sich in der Wildnis Afrikas am meisten in Acht nehmen? Vor Löwen? Vor Krokodilen? Oder vielleicht vor Giftschlangen?

«Die Vegetarier sind am gefährlichsten», erklärt uns der Manager des Safari-Camps im kenianischen Tsavo-West-Nationalpark. Die Top drei seiner Liste der bedrohlichsten Tierarten: Flusspferd, Elefant, Nashorn – alles Herbivoren, also Pflanzenfresser, also Vegetarier.

Erlebnis-Gastronomie in Kenias Wildnis

Der Manager fährt weiter mit einer haarsträubenden Geschichte, die sich einst hier zugetragen hat. Wenige hunderte Meter vor dem Camp-Restaurant waren sich ein Flusspferd und ein paar junge Löwen in die Quere gekommen. Ein Spektakel, gut einsehbar von den hübsch eingedeckten Tischen, an denen die Gäste gerade ihr Abendessen genossen. Es war Erlebnis-Gastronomie vom Feinsten – bis das Hippo plötzlich im Restaurant stand.

Kenias Wildnis im Restaurant

Ja, Flusspferde können sehr schnell sein. Sie sehen träge aus, lassen einen durchschnittlichen Homo sapiens im Sprint aber hinter sich. Zum Glück, so der Camp-Manager, konnten sich die Touristen vor den wütenden eineinhalb Tonnen Lebendgewicht rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Angestellten hätten dann aber ihre liebe Mühe gehabt, den sprichwörtlichen Dickhäuter aus dem Porzellanladen hinauszubefördern. Zurück blieb nur Sachschaden – davon aber genug – und ein paar schockierte Touristen.

2 Flusspferde im Wasser

Sehen harmlos aus, sind es aber nicht: Flusspferde (Tsavo West, Kenia)

Vegetarier sind gefährlich

Es heisst, kein anderes Tier würde in Afrika so viele Menschen töten wie das Hippopotamus: etwa 300 pro Jahr. Für etwas weniger Opfer sind Elefanten und Büffel verantwortlich. Tödliche Vorfälle mit Nashörnern sind seltener – aber wohl nur, weil man die vom Aussterben bedrohten Tiere nicht gerade häufig trifft. Natürlich kommen auch Leute durch Löwen und Krokodile ums Leben, aber die «Tödlichkeits»-Statistik wird von den Pflanzenfressern angeführt. Weshalb? Unterschätzen wir die «Vegetarier» vielleicht?

Tödlich, tödlicher, am tödlichsten

Oft sind es aber nicht tierische Pflanzen- oder Fleischfresser, die menschliches Leben bedrohen. Viel tödlicher ist ein uns bestens bekannter Allesfresser: Weit viel mehr Menschen sterben nämlich nicht durch Flusspferde oder Löwen – sondern durch Menschen.

Das mit Abstand todbringendste Lebewesen auf dem afrikanischen Kontinent ist aber … die Stechmücke. Zumindest indirekt: Sie überträgt verschiedene Krankheiten, die oft tödlich verlaufen. Alleine an Malaria starb laut WHO letztes Jahr südlich der Sahara fast eine halbe Million Menschen.

Drum: Wenn ihr eine Safari in Afrika plant, erinnert euch dran: Angst vor den Löwen? Die könnt ihr ruhig vergessen. Aber denkt an den Mückenschutz!

Löwenmutter mit 2 Jungen

Vergleichsweise harmlos (wenn man sie in Ruhe lässt): Löwenmutter mit Jungen (Tsavo West, Kenia)


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